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Mittelaltermärkte

Willkommen in der Vergangenheit – Faszination Mittelaltermarkt

Der Jahrmarkt im Mittelalter war der Treffpunkt für die Bewohner aus der Umgebung, um ihre Ware und Ernte anzubieten, sich selbst mit Vorräten einzudecken, oder einfach unter Menschen zu kommen. Fast alle sozialen Schichten waren vertreten und feilschten um die Waren. Der Jahrmarkt zählte damit zu den wichtigsten gesellschaftlichen Ereignissen.
Heutzutage erfreuen sich „mittelalterliche“ Jahrmärkte einer stetig wachsenden Beliebtheit.  In den vergangenen Jahren kamen immer mehr Märkte hinzu, so dass man heute nicht weit fahren muss, wenn man sich so ein Spektakel ansehen möchte. Und ein Spektakel ist es durchaus. Händler, Gaukler, Ritter – wer sich darauf einlässt, kann in das Leben von damals eintauchen, einige Stunden in einer anderen Welt verbringen und ein wenig „Mittelalter-Gefühl“ einfangen. Es gibt professionelle Gruppen, die Märkte ausrichten, wobei die Liebe zum Detail eine große Rolle spielt. Je nach Bedarf bieten sie eine feierliche Markteröffnung, verschiedene Tänze, ein Gauklerfest und andere Inszenierungen an. Dabei sollte aber stets beachtet werden, dass Mittelaltermärkte selten einen authentischen Einblick in das Leben im Mittelalter geben. So gab es im Mittelalter zum Beispiel noch keine Kartoffeln, die man auf den Märkten heute als gern gesehene Mahlzeiten sieht.
Auf dem Markt gibt es Handwerker und Kaufleute, die ihre Ware feilbieten, wovon der Großteil nach altem Muster hergestellt wird. Viele bieten den Besuchern an, bei der Herstellung zuzuschauen oder auch mal selbst mit anzupacken. Handgeschöpftes Papier oder selbst gezogene Kerzen kann man dann als ein schönes Andenken mit nach Hause nehmen.
Die Akteure auf so einem Markt wohnen häufig in einem benachbarten Lager, das einer Zeltstadt gleicht. In den meisten Fällen ist dieses öffentlich zugänglich, so dass man sich einen Eindruck davon verschaffen kann, wie die Unterkünfte auf den Märkten früher vielleicht ausgesehen haben könnten.

Ein wichtiger Bestandteil der Märkte sind die Turniere. In den deutschen Gebieten werden sie im 12. Jahrhundert erstmalig erwähnt. Früher galt das Turnier als Kräftemessen zwischen den verschiedenen Rittern, die sich mit dem Sieg Ruhm und Ehren sicherten. Zwei Parteien traten dabei gegeneinander an, wobei es sich da um Einzelkämpfer oder um Gruppen handeln konnte. Häufig wurden die Turniere zur Unterhaltung der hohen Herrschaften abgehalten, wenn zum Beispiel der König oder ein hochrangiger Fürst auf Besuch weilte.
Die Turniere heutzutage sind reine Schaukämpfe. Die Ritter führen verschiedene Turnierstechen vor und spielen Kampfszenen nach. Das Ringstechen oder der Tjost gehören mit zu den beliebtesten Disziplinen. Bei dem Tjost galoppieren zwei bewaffnete Ritter aufeinander zu und versuchen, den Gegner mit einer Lanze zu Fall zu bringen. Was heute ganz harmlos aussieht, konnte in früheren Zeiten böse enden, denn das Verletzungsrisiko war hoch. War ein Ritter aus dem Sattel gehoben worden und im Stande, mit Hilfe wieder aufzustehen, ging der Kampf mit dem Schwert weiter. Andere Techniken sind das Bogenschießen oder der Buhurt. Der Buhurt folgt dabei dem gleichen Prinzip wie der Tjost, wird aber von mehreren Rittern ausgeführt, die in zwei Gruppen gegen einander reiten. Der Buhurt kann als Vorgänger zum Tjost angesehen werden, der aus Platzgründen im Spätmittelalter eingeführt wurde.
Hier in der Region gibt es einige Märkte, so zum Beispiel in Oppenheim, Ingelheim, Worms, auf der Ronneburg. Auf den Internetseiten der einzelnen Städte finden sich die Daten für die Märkte.
Einen Ausflug in die Vergangenheit – jeder dieser Märkte gibt Interessierten die Möglichkeit, den Alltag hinter sich zu lassen und in die Zeit von damals einzutauchen.

Verfasserin: Meike Jährig

Literatur und Links: